29 Sep. Raubkunst

Für unseren Film „Raubkunst“ hat eine gebürtige Afrikanerin die Kunst beigetragen. Sewra ist in Eritrea zur Welt gekommen, aber eigentlich ist sie mehr Kölnerin als wir alle zusammen. Und Djeff, der andere Afrikaner, der bei dieser Filmproduktion mitgearbeitet hat, hat wie Sewra alle Leistungen für den Film freiwillig erbracht. Wir haben also gemäß den Filmen, in denen keine der darstellenden Tiere zu Schaden kamen, nichts wirklich aus anderen Kulturkreisen geraubt. Wir haben also ein relativ reines Gewissen.
Doch mit dem Gewissen ist es so eine Sache. Wann ist es schlecht und wann ist es gut? Eigentlich ist die Bewertung dafür sehr subjektiv. Ein schlechtes Gewissen beutet, dass man gegen seine eigene Moralvorstellung verstoßen hat. Doch das tut in unserem Film „Raubkunst“ keiner der zwei Hauptakteure.
Die eine handelt nur auf Befehl und der andere auf höhere Weisung. Doch sind das nicht alles nur Ausreden? Und sind die Banausen gegenüber den Kulturbeflissenen nicht letztendlich die moralisch Besseren? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Es kommt auf den Standpunkt an. Und der ist relativ. So wie bei unserer gleichnamigen Filmreihe.