02 Nov Die Altstadt von Jerusalem

Bei GRAFF.FF hatten wir im Oktober 4 Drehtage in Israel und dem Westjordanland, insgesamt für 3 verschiedene Filmprojekte. Eigentlich ist Israel für Dreharbeiten ein ganz normales Land. Denn seitdem die Verblendeten der Region ihr Unwesen überall auf der Welt treiben, unterscheiden sich selbst die Sicherheitskontrollen am Tel Aviver Flughafen nicht mehr von Paris, London oder Frankfurt. Und die Offenheit und der unkomplizierte Umgang mit Filmkameras ist in Israel geradezu vorbildlich. Man ist Kameras gewöhnt, vor allem in der Altstadt von Jerusalem.

Stadt ohne Teilung

Die Altstadt von Jerusalem ist eine offene Stadt. Seitdem die Israelis sie von den Jordaniern im Sechstagekrieg eroberten, dürfen die Juden sie wieder betreten und das jüdische Altstadtviertel trägt seinen Namen wieder zurecht. Israel muss viel Kritik dafür einstecken, dass sie den Ostteil Jerusalems zusammen mit der Altstadt nicht wieder herausrücken. Lange Zeit hatten sie das vor, wenn die Nachbarn sie dafür im Gegenzug anerkannt hätten. Inzwischen ist der Status von Jerusalem für Israel aber nicht mehr verhandelbar. Eine geteilte Stadt wünscht sich hier niemand mehr, auch die sekulären Juden nicht, die immer noch viele Kompromisse für Frieden eingehen würden.

Viele Religionen auf engstem Raum

Die Altstadt von Jerusalem ist viermal kleiner als das mittelalterliche Köln, dessen jüdisches Viertel gefühlt fast genau so groß ist. Wenn wir also durch die Altstadt von Jerusalem laufen ist das für uns wie ein kleiner Spaziergang durch die historische Mitte Kölns. Nur dass der Anteil an Touristen in Jerusalem noch einmal deutlich höher ist. Tagsüber ist die Stadt voll wie Venedig. Und genau wie die Lagunenstadt wird sie zum Abend hin immer leerer. Am Ende des Tages wirken armenisches und christliches Viertel vollkommen verlassen. Und auch das dicht besiedelte moslemische Viertel leert sich zur Nacht hin.

Die gläubigen Juden der Welt

Abends zeigt sich dann, dass die Juden der Welt nicht nur zu Besuch in der Altstadt sind. Zum Teil wohnen sie auch hier. Das jüdische Viertel ist ein belebtes Viertel, aber eher im religiösen Sinne. Wer Party machen will, findet in Israel viele Plätze, aber die Altstadt von Jerusalem gehört nicht dazu. Hier tummeln sich eher die wirklich religiösen Juden. Die Nähe zur Klagemauer macht die Altstadt für sie so beliebt. Und der Nachwuchs bleibt in diesem geschützten Bereich sicher tugendhafter als sonst wo. Katholiken, Protestanten und Orthodoxen geht es aber nicht anders. Das Weltlichste neben all den christlichen Andenken, was es hier für sie zu kaufen gibt, sind die Saftpressen für Jaffa-Orangen, Israels bekanntestes Exportgut.

Filme der Woche

Der erste Teil unserer Israelreise prägt auch unsere Filme der Woche bei Videopostkarten.de. Dazu gehört natürlich unser kleiner Clip über das Leben in der Altstadt von Jerusalem. Dazu gehören auch die Malteser, die wir ebenfalls nach Israel begleitet haben. Sie stellen einen neuen Dienst für ältere Kölner Mitbürger vor. Wir zeigen das Heilige Köln als Jerusalem des Mittelalters und erinnern noch einmal an die Bewegtbildaktion am Kölner Dom, diesmal in der Kurzversion. Eine ähnliche Aktion gab es am Jaffa-Tor der Jerusalemer Stadtmauer auch in der Zeit, in der wir da waren.

Nächste Woche bewegen wir uns aus hinaus aus der Altstadt von Jerusalem und betrachten die Neustadt. Bis dahin viel Vergnügen mit unseren Filmen!