21 Sep Zeit für einen Stromanbieterwechsel!

Wald schützen

Wenn der eigene Energielieferant die Natur zerstört, ist es Zeit für einen Stromanbieterwechsel

Dazu haben wir uns letzte Woche entschieden. Warum? Wir verbrauchen viel Strom. Unsere Firmengänge und Schnitträume sind gut ausgeleuchtet, tagein tagaus laufen Computer, Monitore, und wenn wir irgendwo drehen, sorgen wir noch zusätzlich für künstliche Helligkeit, die jede Menge Strom verbraucht. Strom, für den ein Wald abgeholzt wird? Der Hambacher Wald ist bei uns Kölnern praktisch vor der Haustür. Es war gut, dass sich Menschen dafür einsetzen, dass er nicht weg kommt. Aber das ist jetzt vorbei. Die Räumung des Waldes wurde begonnen. Und dabei ist sogar noch ein junger Mann im Wald ums Leben gekommen. Nicht, weil die Kohle unter dem Wald von Bedeutung ist. Nein, die Menge ist verschwindend gering. Es geht nur darum, dass er dem Schaufelradbagger beim Arbeiten im Wege ist, wie der Kölner Stadt-Anzeiger diese Woche berichtete.

Jetzt schlägt’s dreizehn

Wenn wir schon Opfer bringen, dann doch bitte für eine gute Sache. Aber das trifft doch wohl kaum auf den Tagebau zu. Braunkohle ist ein Auslaufmodell und für weltweite Klimaschäden mitverantwortlich. Das Kraftwerk Niederaußem bei Köln ist das zweitdreckigste Kraftwerk Deutschlands. Es legt sich ein Feinstaub über die Gegend bis zu uns nach Kölle, der hat es in sich. Der Journalist Steffen war nicht das erste und einzige Todesopfer der Braunkohle in diesem Jahr und überhaupt. Eine Frau aus der Gegend erzählte mir, dass es in Buir, einen Katzensprung vom Hambacher Tagebau, in jeder Straße ein Kind gibt, das Krebs hat. Es ist also höchste Zeit für bessere Energie. Das bedeutet für uns: Stromanbieterwechsel!

Stromanbieterwechsel, aber richtig

Macht Ökostrom Sinn? Ja, wenn es richtiger Ökostrom ist. Man muss aufmerksam sein beim Stromanbieterwechsel. Es gibt Mogelpackungen unter den Ökostromanbietern, die man aber schnell entlarvt. Meist locken sie auf Portalen wie Check24 mit satten Rabatten und bling-bling tollen Angeboten. Wenn man aber genau schaut, steckt doch eine Tochter der Innogy dahinter, oder EON, Vattenfall und Co. Die sind nicht nachhaltig. Wenn ein Unternehmen gleichzeitig auch Atom- und Kohlestrom produziert oder vertreibt, macht es die falsche Politik. Auch kommunale Betriebe wie die Rheinenergie oder die Stadtwerke Düsseldorf sind fest in Händen von nationalen Großkonzernen wie der EnBW, GEW und RWE.  Oft haben größere Stadtwerke Anteile an kleineren Stadtwerke aus dem Umland. Die Abhängigkeit von den großen Energiekonzernen versteckt sich dann in den Beteiligungen.

Mogelökostrom

Viele kommunale Stadtwerke, die auch die Grundversorgung übernehmen, schieben uns mit skandinavischer Wasserkraft Mogelökostrom unter. Das ist reiner Zertifikatenhandel und dafür ist es meist sehr teuer. Sicher, der Strom ist sauber. Aber es gibt keine Trassen nach Norwegen oder so, das ist reines Spekulieren an der Börse. Wenn wir Wasserkraftwerke in Norwegen finanzieren tun wir wenig gegen den Klimawandel vor Ort. Wir wollen einen Anbieter, der was für die Energiewende tut – in Deutschland und mit Sinn und Verstand.

Echter Ökostrom ist nicht (viel) teurer

Echter Ökostrom ist auch ohne Einstiegsrabatte oft gar nicht teurer als konventioneller Strom. Energiesparer werden teils durch eine geringere Grundgebühr belohnt. Die Kilowattstunde kostet oft nicht sehr viel mehr als bei den Großen. Beim Tarif-Vergleich mit der letzten Abrechnung sollte man unbedingt Netto- und Bruttoangaben beachten. In der Abrechnung der meisten Anbieter wird der Nettopreis abgebildet, die Angebote im Tarif-Vergleich sollten immer brutto sein. Der günstigste echte Ökostromanbieter ist auf jeden Fall genauso bezahlbar wie die meisten konventionellen Anbieter. Aber dafür kann er was: EWS Schönau, die „Energierebellen“ sind echte Pioniere und idealistische Unternehmer. In dem Strom, den die da CO2-frei produzieren, steckt ausserdem viel Herz drin. Aber auch Bürgerstrom, naturstrom, Lichtblick und Greenpeace-Energy sind empfehlenswert und machen es richtig. Hier ein Vergleich der Anbieter.

So macht der Stromanbieterwechsel Spaß

Wir sind gleich mit mehreren Stromverträgen umgezogen und haben dabei einige Anbieter angetestet. Unser Firmenstrom kommt jetzt aus der Eifel von einem kommunalen Stadtwerkebetrieb, der kräftig in EEG investiert. Andere Stromverträge wurden mit der EWS Schönau und mit Greenpeace-Energy abgeschlossen. Wenn wir nach dem Grund gefragt wurden, haben wir angegeben, dass wir sehr wütend auf die RWE sind und deshalb gerne wechseln. 9000 Arbeitsplätze hängen im rheinischen Revier von der Kohle ab. Das ist nur ein verschwindend kleiner Bruchteil aller Erwerbstätigen der BRD. Dagegen stehen 10.000 verlorene Lebensjahre oder 1000 Tote pro Jahr durch die Kraftwerke bei Köln. Nicht jeder, der das Gesetz auf seiner Seite hat, agiert rechtens.

Wir haben Ihnen hier noch mehr Informationen und Entscheidungshilfen zusammengefasst…!

GRAFF FF: jetzt noch nachhaltiger. Unsere Filme der Woche

In unseren Filmen der Woche roden wir keine Wälder. Im Gegenteil, wie bewahren Natur, Kultur und Kunst, – zumindest Filmbilder davon. Unser Film über die Schönheit der Regionen spielt in einem kleinen Waldstück am Rande Kölns. Dahinter beginnt das Braunkohlerevier. Noch schaut hier der eiserne Indemann in ein riesiges Loch.  Wenn die Bagger des Tagebaus abziehen, wird es mit Wasser gefüllt. So wie die anderen Tagebaugruben daneben auch. Dann gibt es hier drei der zehn größten Seen Deutschlands. Direkt in der Kölner Nachbarschaft.  Dazu sagen wir „JA!“ und  „Wasser Marsch“!  Dafür brauchen wir bis dahin aber keinen neuen Anbieter. Köln hat immer noch den schönsten Strom weit und breit. Der Rhein hat auch die Frankfurter Künstlerin Johanna Petra Barfs begeistert. Und einen anderen Strom als den Rhein selbst hat sie für ihre Reise gar nicht gebraucht.